Kirche Santa InesVon Santa Ines aus gibt es mehrere Wanderwege, die, wie andere auch, in Anspruch nehmen können, zu den schönsten landschaftlichen Höhepunkten der Insel zu führen. Die Wege sind mit gutem Schuhwerk problemlos zu gehen und die zu überwindenden Höhenunterschiede halten sich in Grenzen, da wir an der Abbruchkante zwar die Ausblicke genießen können, absteigen zum Meer auf diesen Wanderrouten aber praktisch nicht möglich ist.

Von Santa Ines aus gibt es mehrere Wanderwege, die, wie andere auch, in Anspruch nehmen können, zu den schönsten landschaftlichen Höhepunkten der Insel zu führen. Die Wege sind mit gutem Schuhwerk problemlos zu gehen und die zu überwindenden Höhenunterschiede halten sich in Grenzen, da wir an der Abbruchkante zwar die Ausblicke genießen können, absteigen zum Meer auf diesen Wanderrouten aber praktisch nicht möglich ist.

Die Wanderungen beginnen auf dem großen Parkplatz von Santa Ines (A). Wir folgten der Strasse in Richtung Westen, bis diese nach ca. 500 m links abbiegt (B).

Rechts sieht man einen alten Brunnen und geradeaus schlängelt sich ein Feldweg durch mehrere Anwesen bergauf. Man kann diesen Weg nehmen und gelangt auf direktem Weg zum Aussichtspunkt (H) mit Blick auf die tief unter der Abbruchkante liegende Islas Margaritas.

Bei unserer letzten Wanderung in diesem Gebiet entschieden wir uns, auf der Strasse weiter zu gehen und stiegen dann den ersten Feldweg, der nach weiteren ca. 350 m rechts abzweigt (C), den Hang hinauf. Während des Aufstieges hat man einen Blick über die weite Hochebene, die im Frühjahr in ein Meer von Mandelblüten getaucht ist – zur Kirschblüte nach Japan, zur Apfelblüte ins Alte Land bei Hamburg und zur Mandelblüte nach Ibiza. Bald erreicht man die Höhe (D), auf der sich der Blick weit über das Meer öffnet – nach Süden die Hochebene, nach Norden das offene Meer. Von dort aus geht es auf dem steinigen und zerfurchten Weg bergab.

In der nächsten Linkskurve (E) kann man dem leicht rechts abbiegenden sehr schönen Fußweg, der zunächst durch den Wald führt, folgen und gelangt dann über ein offenes Feld auf den Weg, der direkt vom Brunnen (B) über (I) zum Aussichtspunkt (H) auf die Isla Margarita führt.

Wir wanderten jedoch die Serpentinen weiter bergab, eine Serpentine nach rechts, ein Bogen nach links bis zur nächsten Serpentine, die erneut scharf nach links abbiegt. In dieser Kurve (F) zweigt ein Fußweg leicht rechts in den Wald ab. Diesem folgten wir in östlicher Richtung bis wir in der Lichtung (G) auf den Weg trafen, der direkt vom Brunnen (B) hierher führt. Hier hält man sich links in Richtung Norden und steigt den Hang über die frei liegenden Steine auf bis zur Abbruchkante hinauf, wo ein atemberaubender Blick über Isla Margarita, das Meer - und bei gutem Wetter - bis nach Mallorca auf die Wanderer wartet. Vorsicht ist an der Kante geboten, es geht wirklich über 150 m steil bergab bis ans Meer. Dennoch sollte man diesen Blick in aller Ruhe genießen und ein wenig verweilen.

Nachdem auch wir uns satt gesehen hatten, gingen wir zurück zur Lichtung und hielten uns leicht links. Nach wenigen Metern trifft man auf den Einstieg zu einem Abstieg in eine schmale und steil abfallende Schlucht.

Vor 10 Jahren ist der Autor mit Freunden in diese Schlucht abgestiegen. Sie ist an einigen Stellen so steil, dass man über Treppen und Brücken entlang der Felswände absteigen muss. Damals waren diese Konstruktionen gerade noch begehbar, heute sind sie verrottet, zerfallen und warten auf einen Sponsor, der diese fantastische Schlucht wieder für Wanderer zugängig macht. Weiter unten gab es ein langes Seil, an dem man sich an einem steilen und rutschigen Hang beim Abstieg sichern konnte, aber schon damals war diese Seil alt und wenig Vertrauen erweckend. Unten angekommen bot sich uns ein unwirklicher Ausblick, einerseits die steile Schlucht aufwärts, andererseits eine intime Bucht mit verfallenden Bootshäusern, die offensichtlich früher einmal genutzt wurden. Bootsbesitzer kennen diese Bucht, und auch die Piraten früherer Zeiten sollen hier ihre Höhlen gehabt haben.

Heute ist diese Bucht nicht mehr ohne Bergsteigerausrüstung begehbar. Wir gingen also weiter auf dem von Baumwurzeln und aus dem Boden tretenden Steinformationen durchzogenen Weg, gelangten an ein rechts liegendes offene Feld und gingen weiter bis dieses Feld endet und unser Weg einen Rechtsbogen macht. Etwas weiter trifft man auf eine links am Weg liegende kleine Lichtung (I). Hier zweigt in nord-östlicher Richtung ein Weg zu einem weiteren Aussichtspunkt ab, der dem ersten in keiner Weise nachsteht und ebenfalls zu den schönsten der Insel zählt. Diesem folgten wir leicht ansteigend bis nach ca. 600 m rechts einen Kalkofen (J) zu sehen ist.

In solchen Öfen wurde über Jahrhunderte bei Temperaturen zwischen 900 und 1200 °C Kalkstein (CaCO3, Kalziumcarbonat) durch Abgabe von Kohlendioxid (CO2) in Brennkalk (CaO, Calciumoxid) umgewandelt, der dann als Kalkfarbe oder Kalkmörtel verarbeitet wurde. Die Wälder von Ibiza boten dafür reichlich Brennstoff und mit dem Betrieb der Kalköfen wurden die Wälder bewirtschaftet und unter Kontrolle gehalten. Seit die Kalkbrennerei eingestellt wurde, wachsen die Wälder auf Ibiza ungebremst, die Pinien nehmen Überhand, Feuer hemmende Schneisen werden nur unzureichend angelegt, und so gab es in den vergangenen Jahren immer wieder verheerende, großflächige Waldbrände.

Wenige Meter weiter trifft man auf eine Gabelung. Hier kann man beiden Wegen folgen und gelangt zu demselben Ziel. Wir gingen zunächst links am Hand entlang, teilweise auf Resten einer Terrassierung, bis wir an die Abbruchkante gelangten, wo sich der Blick durch die Bäume auf das Meer öffnet. Zum Abschluß geht man links auf einem Grad zu einer kleinen freien Fläche, an der eine Felsformation den Weg enden lässt. Rechts und links blickt man auf die weitläufigen Küstenlandschaften in westlicher und östlicher Richtung. Hier sollte man eine längere Pause einlegen, denn so schnell kann man diese überwältigenden Ausblicke gar nicht verarbeiten. Es lohnt sich, diese nicht nur zu fotografieren, sondern in aller Muße tief in sich aufzunehmen, aufzusaugen und zu genießen. Von hier aus kann man mit einem Fernglas auch sehr gut die tiefe Schlucht einsehen, an der wir vorher vorbeilaufen mussten, da man ohne Bergsteigerausrüstung nicht mehr in sie absteigen kann.

Für den Rückweg hält man sich am Beginn des Grades links und gelangt an einen zweiten, auch sehr schön erhaltenen Kalkofen. Am Kalkofen führt der Weg rechts weiter und man kommt wieder an die Gabelung (K), wo wir auf dem Hinweg die Alternative genommen hatten. Von dort geht man denselben Weg zurück bis zur Lichtung (I). Hier nahmen wir den Weg links, folgten ihm entlang dem zweiten Feld, an dem er rechts abbiegt und wanderten durch die schönen Anwesen vorbei an dem alten Brunnen bis zum Parkplatz.

Nach der Wanderung lohnt es sich nicht gleich wieder ins Auto zu steigen, sondern in der Bar Cosmi die Schönheiten der Landschaft beim besten Spanischen Omlett der Insel und einem Glas vino de la casa noch einmal an sich vorbei ziehen zu lassen und mit anderen Wanderfreunden von den Schönheiten der Insel zu schwärmen.

  • Blick auf Islas Margaritas 1
  • Blick auf Islas Margaritas 2
  • Blick nach Osten
  • Blick nach Westen
  • Kalkofen
  • Kirche Santa Ines
  • Wanderung Santa Ines 1